Ein OEM, der Industriemischer für hochviskose Produkte herstellt, hatte wiederkehrende Probleme mit Ausfällen von Gleitringdichtungen.
Die Anwendung war durch anspruchsvolle, aber in der Praxis häufige Betriebsbedingungen gekennzeichnet, darunter hochviskose Medien, Temperaturschwankungen, intermittierende Betriebszyklen sowie häufige Start- und Stopp-Phasen.
Aus Sicht des OEM war die Situation eindeutig: Die Gleitringdichtung fiel immer wieder aus.
Es wurden mehrere Versuche unternommen, das Problem zu lösen, darunter konstruktive Änderungen, Materialoptimierungen und robustere Ausführungen. Keine dieser Maßnahmen führte jedoch zu einer endgültigen Lösung, und die Ausfälle wirkten sich weiterhin auf Wartungskosten, Betriebskontinuität und die Gesamtzuverlässigkeit der Maschine aus.
In solchen Situationen ist es hilfreich, eine umfassendere Betrachtung vorzunehmen. Die Erfahrung zeigt, dass die Leistung einer Gleitringdichtung nicht nur von der Dichtung selbst abhängt, sondern auch davon, wie sie mit den realen Betriebsbedingungen interagiert.
Die zentrale Frage lautet daher: Wie beeinflussen die tatsächlichen Prozessbedingungen das Dichtungssystem?

Eine genauere Analyse zeigte, dass die Schmierbedingungen der Dichtung während des gesamten Betriebszyklus nicht konstant waren. In transienten Phasen arbeitete die Dichtung außerhalb des optimalen Schmierbereichs.
Gleichzeitig beeinflussten Temperaturschwankungen die Spaltmaße und das Werkstoffverhalten, während Druckschwankungen während des Betriebs Druckspitzen erzeugten.
Darüber hinaus trugen die Eigenschaften des Produkts, insbesondere seine hohe Viskosität, zu instabilen Bedingungen an der Dichtfläche bei.
