Ein OEM, der Industriemischer für hochviskose Produkte herstellt, hatte wiederkehrende Probleme mit Ausfällen von Gleitringdichtungen.
Die Anwendung war durch anspruchsvolle, aber in der Praxis häufige Betriebsbedingungen gekennzeichnet, darunter hochviskose Medien, Temperaturschwankungen, intermittierende Betriebszyklen sowie häufige Start- und Stopp-Phasen.
Aus Sicht des OEM war die Situation eindeutig: Die Gleitringdichtung fiel immer wieder aus.
Es wurden mehrere Versuche unternommen, das Problem zu lösen, darunter konstruktive Änderungen, Materialoptimierungen und robustere Ausführungen. Keine dieser Maßnahmen führte jedoch zu einer endgültigen Lösung, und die Ausfälle wirkten sich weiterhin auf Wartungskosten, Betriebskontinuität und die Gesamtzuverlässigkeit der Maschine aus.
In solchen Situationen ist es hilfreich, eine umfassendere Betrachtung vorzunehmen. Die Erfahrung zeigt, dass die Leistung einer Gleitringdichtung nicht nur von der Dichtung selbst abhängt, sondern auch davon, wie sie mit den realen Betriebsbedingungen interagiert.
Die zentrale Frage lautet daher: Wie beeinflussen die tatsächlichen Prozessbedingungen das Dichtungssystem?

Eine genauere Analyse zeigte, dass die Schmierbedingungen der Dichtung während des gesamten Betriebszyklus nicht konstant waren. In transienten Phasen arbeitete die Dichtung außerhalb des optimalen Schmierbereichs.
Gleichzeitig beeinflussten Temperaturschwankungen die Spaltmaße und das Werkstoffverhalten, während Druckschwankungen während des Betriebs Druckspitzen erzeugten.
Darüber hinaus trugen die Eigenschaften des Produkts, insbesondere seine hohe Viskosität, zu instabilen Bedingungen an der Dichtfläche bei.
Insgesamt arbeitete die Gleitringdichtung nahe an den Grenzen ihres optimalen Betriebsbereichs. In solchen Situationen ist es häufig die Dichtung, die das Problem als erste Komponente sichtbar macht, nicht als eigentliche Ursache, sondern als das am stärksten exponierte Element des Systems.
Die Lösung bestand darin, einen integrierten Ansatz zur Verbesserung der Zuverlässigkeit des gesamten Dichtungssystems zu verfolgen. Dazu gehörten die Optimierung der Schmierbedingungen, die Stabilisierung von Druckschwankungen, die Anpassung der Betriebsparameter sowie die Abstimmung der Dichtungskonfiguration auf die realen Prozessbedingungen.

Dieser Ansatz führte zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensdauer der Gleitringdichtung, eliminierte Ausfälle unter normalen Betriebsbedingungen und reduzierte Wartungseingriffe. Auch die Gesamtzuverlässigkeit der Maschine und die Prozessstabilität wurden verbessert.
Dieser Fall zeigt, dass Ausfälle von Gleitringdichtungen häufig nicht nur von der Dichtung selbst beeinflusst werden, sondern auch von den Betriebsbedingungen und deren Wechselwirkung mit dem gesamten System.
Die Frage ist nicht nur, welche Dichtung ausgewählt werden soll, sondern wie sichergestellt werden kann, dass die Gleitringdichtung unter den richtigen Bedingungen arbeitet.
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